Thomas Blenke (vorn) mit (von links) Marcus Schauer, Walter Beuerle, dem Leiter der Integrierten Leitstelle Michael Rentschler und Thomas Seeger

Thomas Blenke (vorn) mit (von links) Marcus Schauer, Walter Beuerle, dem Leiter der Integrierten Leitstelle Michael Rentschler und Thomas Seeger

Mittwoch, 04.12.2019

Besuch beim Kreisverband Calw des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)


Calw. Zu seinem Besuch beim Kreisverband Calw des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte Thomas Blenke, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion,  gute Nachrichten mitgebracht. Das Land Baden-Württemberg stellt künftig für die Helfer-vor Ort des DRK und ähnlicher Hilfsorganisationen 800.000 Euro zur Verfügung. Die Initiative hierzu war, wie Blenke erläuterte, von Innenpolitikern der CDU in den Haushaltsberatungen ausgegangen.
 
Das sorgte bei den Verantwortlichen des DRK für strahlende Gesichter. Präsident Walter Beuerle freute sich vor allem darüber, dass das Geld vor Ort eigenständig vergeben werden kann. Die jeweilige DRK-Bereitschaft vor Ort kann selbst entscheiden, welche Anschaffungen sie tätigen wird. Das kann in einem Fall ein Defibrillator, in einem anderen Fall ein Notfallkoffer sein.

Für Blenke gehören die Helfer-vor-Ort zu den wirkungsvollsten Ehrenamtlichen schlechthin. „Diese Strukturen wollen wir stärken“, so der Abgeordnete für den Landkreis Calw.
Diese Helfer können Leben retten. Weil sie oft in der Nachbarschaft wohnen, können sie in vielen lebensbedrohlichen Fällen – zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt - schneller vor Ort sein als der Rettungsdienst. Bis dieser eintrifft übernehmen im Ernstfall diese gut ausgebildeten Helfer die erste Versorgung der Patienten.

Im Kreis engagieren sich nach Angaben von Kreisgeschäftsführer Thomas Seeger 51 Helfer in sieben Ortsgruppen. Sie werden zu  rund 3.000 Einsätze im Jahr alarmiert. Die Finanzierung erfolgt über die DRK-Ortsvereine, die wiederum auf Mittel der rund 11.000 Fördermitglieder im Kreis Calw angewiesen sind.
Die Ausbildung zum Notfallsanitäter hat sich, so schilderten Beuerle, Seeger und Marcus Schauer, Leiter der Abteilung Rettungsdienst beim DRK-Landesverband Baden-Württemberg dem Politiker, umfassend geändert. Um der medizinischen Entwicklung im Rettungsdienst Rechnung zu tragen, wurde die Ausbildungszeit von zwei auf drei Jahre verlängert. Das Ausbildungsbild des bisherigen Rettungsassistenten gibt es nicht mehr. Durch die Verlängerung der Ausbildungszeit fiel der komplette Abgangsjahrgang 2016 aus. Dies in Kombination mit der Tatsache, dass immer mehr Fahrzeuge besetzt werden müssen, führte landesweit zu personellen Engpässen auf den Rettungswachen.

Die Gesetzesänderung bringt zudem mit sich, dass Rettungswagen nur noch bis Ende 2020 mit Rettungsassistenten als verantwortliche Person besetzt sein dürfen. Gleichzeitig gibt es eine Übergangsregelung, die pro Mitarbeiter zu beantragen ist. Aufgrund der personellen Situation ist dem DRK eine wohlwollende Prüfung wichtig. Dafür möchte sich Blenke in seiner Funktion als Vorsitzender der innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU in Bund und Ländern einsetzen.

Zudem strebt das DRK an, dass Notfallsanitäter eine eigenständige Heilkundekompetenz erhalten. Das wird von den Fraktionen der Großen Koalition nach wie vor abgelehnt.

Was sich dahinter verbirgt, kann Blenke an einem konkreten Fall aus seinem persönlichen Umfeld schildern. Eine Bekannte war mit dem Fahrrad schwer gestürzt. Ein Notfallsanitäter durfte sie nicht mit einer schmerzstillenden Spritze versorgen. Die Frau musste warten, bis sie von einem Notarzt behandelt werden konnte. Bislang können Notfallsanitäter Infusionen und Spritzen nur setzen, wenn unmittelbare Lebensgefahr besteht. Etwa, so nennt Seeger zwei Beispiele, wenn ein Diabetiker ins Koma gefallen ist oder Personen völlig dehydriert. sind. Das DRK möchte, dass die Handlungskompetenz der Notfallsanitäter im Sinne des Patienten für spezielle Notfallsituationen entsprechend erweitert wird. Auch in diesem Fall möchte sich Blenke aus Bundesebene für das Anliegen des DRK einsetzen.

 

 

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